Fasten leicht gemacht – was Dir eine Saft-Fastenkur bringt!

Wir essen heutzutage zu viel, zu schnell und die falschen Dinge. Willkommen im Zeitalter des Kalorienüberschusses, der Schnelllebigkeit und der industriell hergestellten Lebensmittel. Unser Körper wird träge, der Darm ist überlastet und unsere Gesundheit leidet. Doch spätestens seit Darm mit Charme wissen wir, dass 80% unseres Immunsystems im Darm liegen. Somit sind die Darmwände die effektivste Verteidigungsfront des Körpers. Kurzum: Darm gut, alles gut. Oder wie Paracelsus zu sagen pflegte: Jede Krankheit beginnt im Darm.

Mit Saft zur Darmgesundheit?

Obst und Gemüse sind gesund. Das wussten schon unsere Großeltern und in diesem Punkt sind sich auch alle modernen Ernährungstrends einig: Paleoaner, Veganer und Vegetarier setzen auf Obst und vor allem Gemüse. Das kann also nicht ganz falsch sein, wenn man sich eine Woche nach Malta begibt, um sich dort von flüssigem Obst und Gemüse zu ernähren. So mein Plan. Ohne mir viele Gedanken darüber zu machen, wie das wird und was das mit meinem Körper macht, stürze ich mich freudig ins unbekannte Saft-Abenteuer.

Der Sprung ins kalte Wasser

Am Tag meiner Ankunft erreiche ich gegen 17 Uhr das Amchara Retreat auf Gozo (Malta), wo ich meinen Tag mit einer Tasse Gemüsebrühe ausklingen lasse. Gut, denke ich mir, viel ist das nun nicht. Gerade weil ich auf meiner 8-stündigen Reise bis auf fünf Oliven, ein kleines Kokoswasser und einem winzigen Nussriegel nichts weiter gegessen habe. Ich hatte tief im Inneren die Hoffnung, dass ich erst am nächsten Tag mit der Flüssignahrung beginne. Falsch gedacht. Ich nehme also die Herausforderung an und lege mich mit meinem spärlich befüllten Magen ins Bett – in der Hoffnung, ohne Probleme einschlafen zu können.

Die Saftmahlzeiten

Der erste Saft-Fastentag startet überraschenderweise gut und ohne große Hungergefühle. Unsere obst- und gemüsehaltigen „Mahlzeiten“ mit je einem Glas gibt es jeweils um 9:00 Uhr (Zucchini, Gurke, Ingwer, Zitrone, Apfel), 12:00 Uhr (Karotte, Ingwer, Apfel) und 15:00 Uhr (Rote Beete, Fenchel, Zitrone, Apfel). Das kulinarische Trinkerlebnis wird morgens und nachmittags mit einem Weizengras-Shot begonnen. Auch wenn Weizengras bekanntlich super gesund sein soll, bleibt der Geschmack dennoch äußerst gewöhnungsbedürftig. Hate it or love it, but drink it. Das ist hier das Motto. Abends um 18:30 Uhr gibt es schließlich eine Tasse warme Gemüsebrühe.

Detox Saftfasten


Macht das denn satt?

Jetzt mag man sich fragen, ob diese Saftmahlzeiten satt machen. Meine Antwort ist eindeutig: nein! Um das Sättigungsgefühl zu verstärken, kann man optional vor jeder Trinkmahlzeit einen in Wasser gequellten Teelöffel Flohsamenschalen zu sich nehmen. Das hilft etwas. Richtig satt bin ich zwar nie, aber irgendwann gewöhnt man sich dran.

Das wohl Schwerste für mich ist das verringerte Energielevel bedingt durch eine tägliche Kalorienzufuhr von nur 500 Kalorien. Normalerweise benötige ich mindestens die dreifache Menge. Die körperlichen Folgen sind neben Müdigkeit und Schlappheit, dass ich kaum Antrieb für sportliche Betätigung habe. Jede noch so kleine Anstrengung – wie Treppensteigen, Yoga oder Schwimmen – wird zu einer echten Herausforderung. Das ist für mich als Bewegungsmensch schon eine neue und sehr ungewohnte Erfahrung. Zudem träume ich nachts von Essen …

Fasten Entspannung


Vorteile einer Saft-Fastenkur

Das klingt alles sehr dramatisch und man könnte sich fragen, warum Menschen sich so etwas freiwillig antun – ja, sogar Geld dafür bezahlen. Denn immerhin ist das Ganze mit viel Selbstdisziplin und Enthaltsamkeit verbunden. Nicht gerade typisch für Urlaub, in dem sonst so häufig genau das Gegenteil gelebt wird.

  • Körper wird gereinigt und entgiftet
  • Körper schaltet durch verringerte Kalorienzufuhr auf Sparflamme und greift auf bestehende Fettdepots zurück
  • Darm wird durch Flüssignahrung entlastet und kann sich dadurch selbst heilen
  • verbessertes Körpergefühl
  • Gewichtsreduzierung ist positiv für Gesundheit und gut gegen Übergewicht (Hauptursache für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen)

Achterbahnfahrt der Gefühle

Diese positiven Aspekte haben mich dazu motiviert, drei Tage zu fasten, wobei der dritte Tag der Schlimmste für mich ist. Mein Energielevel ist im Keller, mein Kreislauf spinnt und die Übelkeit grüßt. Das ist gewiss kein schönes Gefühl und erst nachdem ich ein großes Glas frisch gepressten Apfelsaft trinke und mich in meinem klimatisierten Raum einige Stunden ausruhe, geht es mir wieder besser.

Ab dem vierten Tag geht es für mich ganz langsam wieder mit dem Essen los. Auch wenn es erst einmal nur mit kleinen Mahlzeiten weitergeht (auch die machen mich nicht richtig satt), so steigt mein Aktivitäts- und Energielevel sofort – und damit auch meine Stimmung.

Nachteile einer Saft-Fastenkur

Das zeigt, dass Fasten mitunter nicht ganz leicht und körperlich wie auch mental sehr anstrengend sein kann. Über den Sinn einer Fastenkur streiten sich die Experten. Kritiker meinen, dass Fasten ein gesundheitliches Risiko darstellen kann.

  • keine langfristigen Abnehmerfolge
  • Körper greift die eigenen Reserven an, es kommt zu Muskelabbau
  • eiweißarme Fastenkur schädlich für Herz, Niere und Gehirn, die Proteine brauchen, um richtig arbeiten zu können
  • kein Lerneffekt, wie man sich gesund und ausgewogen ernährt
  • Nutzen von Fasten ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, denn es gibt keine Schlacken, die sich im Körper festsetzen

Alternativen zum Fasten

Ich habe das dreitägige Fasten als eine neue und wertvolle Erfahrung erlebt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich viel länger auf feste Nahrung verzichten hätte können. Das ist bestimmt auch damit verbunden, dass ich Bewegung liebe und das geringe Energielevel eine große Einschränkung für mich darstellt. Wer keine Lust und/ oder Zeit auf Fasten hat, der kann sich und seinem Körper dennoch was Gutes tun. Hier einige Anregungen:

  • bewusster Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch an bestimmten Tagen
  • alle 3 Monate eine Woche einlegen, in der nur gesund gegessen und auf Sünden verzichtet wird – ohne zu hungern
  • einzelne Tage suchen, an denen wirklich nur getrunken wird (1 Tag)
  • Obstwoche, in der nur frische Früchte, Saft und Wasser zu sich genommen werden

Mein Fazit

Wer sich für eine Saft-Fastenkur entscheidet, sollte das optimalerweise im Urlaub machen. Durch das verringerte Energielevel wird es sehr schwer sein, den normalen, meist stressigen und vollen Alltag zu bestreiten. Auch bieten sich warme Außentemperaturen (wie bei mir auf Malta) an, da das Fasten ein Kältegefühl verursachen kann. Wichtig finde ich auch noch, dass das Fasten unter professioneller Betreuung und einen breiten Angebot an Aktivitäten (Yoga, Pilates, Aquagymnastik, Spaziergänge, Fach-Gespräche etc.) durchgeführt wird.

Das Fasten ist eine gute Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und seinen Darm zu säubern. Wer seinen Darm pflegt und hegt, der fühlt sich besser, ist aktiver und kraftvoller und kann somit seinem allgemeinen Gesundheitszustand steigern. Das nenne ich mal gute Aussichten!

Luna Jalda Life Coach

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